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HERSTELLUNG EINES MÜNZRINGES...

WEIL ICH IMMER GEFRAGT WERDE...

...wie ich die Ringe herstelle, hier ein kleines Tutorial über die Umformung der Münzen. 

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Eine Silbermünzen, mit einem Silbergehalt von mindestens 625/1000, die für die Herstellung diebeste Wahl.
Für einen Herrenring oder einen wuchtigen Damenring mit einer Ringschiene von 7 - 10 mm sollte der Durchmesser der Kursmünze mindestens 24 - 30 mm betragen. 
Nun muss die Münze ausgestanzt, oder gebohrt werden.
Hier ist auf Genauigkeit zu achten.
1 mm aus der Mitte stellt bei der Ringfertigung bereits eine Welt dar.
Ich bevorzuge das Ausstanzen mit einer Lochstanze (Aushauwerkzeug). Um die Münze in der Stanze zu platzieren muss der Stanzradius auf die Münze übertragen werden. Dies geschieht mittels einer Schieblehre. 
Das Ergebnis ist ein fertiger, exakter Ringrohling oder auch "Münze mit Loch"...

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Sauberes entkraten der Bohr- bzw. Stanzkanten ist existentiell um in den weitern Arbeitsgängen das Werkzeug zu schonen und ein Reißen der Münze zu vermeiden. Bereits feinste Mikrorisse oder Krate können bei der Überdehnung der Münze zu Rissen führen und man erhält statt eines Ringes ein Stück Edelschrott.

Das Entkraten kann mit einer Schlüsselfeile erfolgen oder wie in meinem Fall einfach mit einem Senker, der in eine Ständerbohrmaschine eingespannt wird. 
Den ersten groben Umformschritt erledige ich mit einer Würfelanke und einer Stahlkugel in meiner Dornpresse.
Dabei wird die Münze in eine geeignete Ankenform eingelegt. Die Münze muss dabei vollständig in der halbrunden Ausfräsung verschwinden. Sollten die Münzränder überstehen, würde die Prägung der Münze beschädigt werden. Anschließend wird eine Stahlkugel auf die Münze aufgelegt und mittels der Presse in die Ankenfräsung gedrückt. Hier gilt es in kleinen Schritten vorzugehen und die Position der Münze öfter zu kontrollieren um ein Schiefpressen zu vermeiden.

!! ACHTUNG !!
Vor jedem Umformungsschritt, und teilweise auch innerhalb der einzelnen Schritte ist die Münze durchzuglühen. Das Durchglühen dient entgegen der weitläufigen Meinung nicht dazu, die Münze weicher zu machen, sonder die Atome im Innern der Münze neu auszurichten.
Beim Umformen der Münze wird diese extrem Überdehnt. Ist die Grenze der Überdehnung erreicht reisst der Verbund der Atome und damit die Münze unweigerlich auf. Durch das glühen werden die Atome nach jedem Dehnungsschritt neu ausgerichtet und somit ein neuer fester Atomverbund hergestellt. Umgangssprachlich könnte man sagen, dass nach dem Glühen die Münzstabilität wieder auf den Ausgangspunkt zurückgestellt wird.
Das Glühen der Münze erfolgt mittels eines Gasbrenners. Die Münze wird dabei erhitzt, bis sie kirschrot glüht, und anschließend in kaltem Wasser abgeschreckt. 
Ich erwähne diesen Schritt im weiteren Verlauf nicht ständig. Aber es gilt die Regel, man kann nicht oft genug glühen. 

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Nach diesem Vorgang erhält das Werkstück zum ersten mal eine Form, die das Endprodukt erahnen lässt.
Der Zweite Umformschritt erfolgt bei mir mit dem Ringeisen (Mandrel). 

Dabei stecke ich das Werkstück mit der schmalen Seite voran auf das Ringeisen um durch viele Schläge, bei ständiger Drehung des Eisens, die Münze immer weiter umzuformen. Zum Schutz der Prägung auf der Innenseite lege ich dabei ein Stück Leder zwischen Ringeisen und Münze. Das Hämmern erfolgt mittels Nylon-, Kunststoff- oder Holzhammer. Wichtig ist nur, dass das Material des Hammerkopfes weicher als die Münze ist. Das Ergebnis des zweiten Umformschrittes ist ein Ring, mit bereits relativ symetrischer Ringschiene.

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Im letzten Umformschritt wird die Münzschiene symetrisch gearbeitet.
Durch das reine Umformen bleibt der Ring leicht unsymetrisch, da der äußere Münzrand in der Regel dicker ist als die Münze an der Bohrkante. Dies beseitige ich dardurch, daß ich die Münze an der Münzrandseite mittels Würfelanke nach innen presse. In der Tat wird der Münzringdurchmesser dadurch kleiner und die Ringschiene symetrisch. Durch ein Überpressen des Münzringes über den Symetriepunkt kann der Münzring "ballig" gearbeitet werden. Zuletzt kann der Münzring poliert werden. Die Kanten werden dabei mit Schleifpapier (1000er) final geglättet. Anschließend wird mittels Polierscheibe und Polierpaste das Finish des Ringes erstellt. Danach wird er Ring mit Isopropanol gereinigt und mit einem weichen Tuch nachpoliert.